Alles Gute, Mutti

Als ich Anfang des Jahres für diese Woche Urlaub nahm, konnte ich noch nicht ahnen, was sich alles ereignen würde.
Eigentlich, so mein Plan, wollte ich Montag und Dienstag die Küche renovieren, am Mittwoch ist dann immer Ausflugstag mit meiner Mutti.
Den hatten wir vor zwölf Jahren, nach dem Tod meines Vaters, eingeführt. Sie hatte es nicht immer leicht mit meinem Vater, deshalb wollte ich ihr die folgenden Jahre besonders schön machen. Sie freute sich immer sehr auf den Nachmittag und in den letzten Jahren kam oft auch meine Schwester mit, und manchmal eines der Kinder.
Donnerstags ist Einkaufstag, dass bedeutet für mich, die ganze Familie zum Supermarkt bringen, einkaufen, das Zeug bis zum heimischen Kühlschrank tragen, und zum Schluss mit den eigenen Taschen allein vor der Garage stehen. Aber was soll’s, zur Not kann man ja zwei mal in den vierten Stock latschen, wenn es zu schwer ist …
Freitags ist dann immer frei, und ich versuche immer, das auch so beizubehalten.
Samstags ist traditionell Putztag und Sonntagnachmittag trifft sich die Familie mehr oder weniger vollständig zum Kaffee.

Wie auch immer, wir sind doch immer irgendwie geprägt von unseren Gewohnheiten, und wenn sich plötzlich etwas ändert, gerät die eigene kleine Welt aus den Fugen.

Letzten Samstag musste ich meine Mutti ins Krankenhaus schaffen, da sie über Herzprobleme klagte. Nachdem sich am Wochenende niemand weiter um sie kümmerte, kam es gestern dann mit der ganz großen Kelle.
Gerechnet hatten wir alle eigentlich damit, dass sie einen weiteren Stent bekommen würde. Das passte so gut zu den Symptomen, welche ja auch ich bestens kenne. Und es wäre ja auch nicht so schlimm.

Die gestrige Diagnose war für mich ein Schock und auch meine Mutti sah ziemlich mitgenommen aus. Auch wenn sie immer bestrebt ist, gelassen zu wirken, man merkt das … Nun soll sie 3 Bypässe bekommen und eine neue Herzklappe, eine OP, die am hiesigen, hochmodernen Klinikum gar nicht gemacht werden kann. Nun wird sie einige Tage auf die OP vorbereitet und wird dann in die Uniklinik nach Halle gebracht. Wenn alles gut verlaufen ist, fährt sie dann nach einer Woche zur Kur.

Oh man, so eine große OP in dem Alter. Ich bete jeden Tag für sie, dass die Geschichte für uns alle gut ausgeht und sie gesund und munter heimkehrt.

Es ist auch belastend, dass man ja nicht einfach so mal hinfahren kann. Halle ist zwar nicht aus der Welt, aber zeit- und verkehrstechnisch nicht so gut zu erreichen. Hier setzt man sich ins Auto und ist in 20 Minuten da …

Und nun kümmere ich mich momentan morgens und abends um Muttis Kätzchen, sorge für Futter, sauberes Klo und etwas Unterhaltung. Da die ganze Situation nun länger dauert als gedacht, überlegen wir, das Kätzchen zu meiner Schwester umziehen zu lassen, damit sie nicht soviel allein sein muss.

Infolge der vielen Unterbrechungen durch Kranken- und Katzenbesuche bin ich mit meinen Renovierungsplänen ganz schön ins Hintertreffen geraten. Nun will ich heute versuchen, die Sache zum Abschluss zu bringen, damit wenigstens hier wieder Normalität einkehren kann.

Alles Liebe, Axel

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