Wenn Teenager plötzlich völlig abdrehen …

Die Eifrigste war sie ja nie. Genau genommen ist sie schon seit ihrer frühen Kindheit stinkend faul und kaum mal dazu zu überreden, irgendetwas im Haushalt zu machen.

Seit sie 16 ist, ist das anders geworden. Nun hat sie nicht nur keine Pflichten, nun ist die Liste ihre Rechte auf ein nahezu unerträgliche Maß angewachsen.

Und welch ein Glück, jetzt hat sie auch einen Freund, so mit allem drum und dran. Und der darf auch alles machen, wann, wie und wo er will.

Angefangen von nicht genehmigten Übernachtungen, über ständige Fressorgien am Kühlschrank der unfreiwilligen Gastgeber, bis zum danebenpinkeln im Bad inklusive nicht erfolgter Spülung.

Und so passiert es immer öfter, dass das Familienessen beim eintreffen der Familie bereits drastisch reduziert bzw. ganz verschwunden ist.

Selbstverständlich wird auch geduscht, solange man will. Glücklicherweise erfolgen derartige Reinigungsrituale nur äußerst selten, was allerdings nicht gerade einer angenehmen Geruchskulisse dienlich ist.

Das Neupärchen ist aber auch nachtaktiv, mit der traurigen Folge, das der damit verbundene Stromverbrauch ebenfalls immer weiter ansteigt.

Das Ganze natürlich vor dem Hintergrund einer nur äußerst knapp gefüllten Familienkasse. Und so ist seit Kurzem noch mehr Monat über, wenn das Geld bereits alle ist.

Das Kindlein hingegen ist völlig resistent gegenüber allen möglichen Ansprachen Berechnungs- und Erklärungsversuchen. Sie zieht ihren Stil durch, ist ja schließlich ihr Recht. Bereits Minuten nach dem letzten Erklärungsversuch wird wieder mal der Kühlschrank geplündert, c’est la vie …

Die alleinerziehende Erziehungsberechtigte ist mittlerweile mit der Situation überfordert und lehnt Hilfe von außen ab. Den frühreifen Teen lässt sie größtenteils gewähren, in der Angst, sie könnte ansonsten abhauen.

Wenigstens plant die Prinzessin mittlerweile den Umzug in eine eigene Wohnung. Allerdings bliebt sie bisher eine Antwort auf die Frage schuldig, wie sie das denn finanzieren möchte.

Alle Argumente, die gegen diesen Schritt sprechen, werden geflissentlich ignoriert, wie es auch nicht anders zu erwarten war.

Ähnlichkeiten zu tatsächlich
geschehenen Begebenheiten wären möglich.