11. Jahrestag

Es ist jetzt genau 11 Jahre her …

… als in Dessau ein Afrikaner festgenommen wurde, da er zwei Frauen (betrunken und unter Drogeneinfluss) belästigt hatte. Er solle sich mit Händen und Füßen der Verhaftung widersetzt haben, hieß es damals. Außerdem konnte oder wollte er sich nicht ausweisen, die Dokumente waren wohl auch nicht mehr richtig lesbar.

In der Haftzelle geschah später unerklärliches, es brach irgendwie ein Feuer aus, der Mann erstickte, er verbrannte. Der Afrikaner war zu diesem Zeitpunkt an seine Liege gefesselt. Die genauen Umstände sind bis heute nicht genau geklärt. Fakt ist, es wurde zu spät auf den Feueralarm reagiert.

Immer wieder gibt es neue Gutachten, die Gegenteiliges behaupten. Beweise zu den Thesen gibt es nicht.

Der verantwortliche Polizist wurde in zwei Gerichtsverhandlungen der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gesprochen. Das Urteil ist rechtskräftig. Eine hohe Geldstrafe war fällig.

Eine Bürgerinitiative behauptet regelmäßig, zuletzt am 11. Jahrestag, der Afrikaner wäre ermordet worden. Wie gesagt, außer den theoretischen Vermutungen aus verschiedenen Gutachten, gibt es keinerlei Hinweise, die das Bestätigen würden. Trotzdem zieht man regelmäßig durch die Stadt und skandiert lautstark derlei Behauptungen.

Der verantwortliche Polizist ist aufgrund des jahrelangen Nervenkrieges schwer erkrankt, sein Leben faktisch zerstört.

Der Afrikaner wäre niemals mit der Polizei in Kontakt gekommen, hätte er sich an geltendes Recht gehalten.

Es gibt mehrere Reportagen zum Thema die teilweise sehr polarisieren, will sagen, die einen oder anderen Fakten wurden weggelassen oder nur am Rande erwähnt.

Sogar eine Tatort-Krimifolge nahm sich der Geschichte an, was der Sache in meinen Augen auch nicht sonderlich dienlich war.

Ich für meinen Teil weigere mich zu glauben, dass die Polizei hier einen Gefangenen tötete bzw. dessen Tötung vertuschte. Nämlich genau darauf laufen die Behauptungen hinaus.

Auch sehe ich den Fall mit dem Urteil eines ordentlichen Deutschen Gerichtes als erledigt an. Wir leben doch in keiner Bananenrepublik.

Irgendwann muss Schluss sein, hier ist der Punkt längst überschritten.