Null Ahnung vom Leben?

Eine Schülerin twittert ihren Frust über die Schule …

Sie hat gute Noten, macht bald Abi – doch sie fühlt sich von der Schule nicht auf das Leben danach vorbereitet.

Diesen Frust schickt sie über Twitter in die Welt: „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ’ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“

http://m.bild.de/news/inland/schule/schuelerin-naina-twittert-schulfrust-habe-gute-noten-doch-null-ahnung-vom-leben-39325700,variante=L,wantedContextId=17410084.bildMobile.html

Den Artikel habe ich heute Morgen in der B. gelesen. Offensichtlich hat dieser Tweet eine große Diskussion ausgelöst. Aber lernt man heutzutage wirklich nichts für das Leben in der Schule?

Mir kommt das bekannt vor, in der Schule macht man keine Ausbildung zum Thema, wie meistere ich später mein Leben. In der Schule lernt man Grundlagen, Grundlagen auch fürs Leben. Ich gebe zu, mir kamen auch etliche Dinge suspekt vor, die wir lernen mussten. Und neben den Fächern, die der Allgemeinbildung dienen, gibt es dann eben auch diese scheinbar sinnfreien Unterrichtsstunden. Nach meiner heutigen Überzeugung schulen diese unnötigen Dinge aber enorm darin, zu denken und vor allem logische Zusammenhänge zu erkennen. Und sicherlich ist die eine oder andere Information auch fürs spätere Berufsleben von Nutzen.

Über das Leben selbst, über den Umgang mit Behörden und Ämtern zum Beispiel lernten wir damals nichts – und das scheint heute auch nicht viel anders zu sein. Diese Erfahrungen muss wohl jeder selbst machen, für sich ganz allein. Was ich daran besonders schlimm finde, man muss sich die nötigen Informationen selbst zusammensammeln – keiner hilft – nicht mal diejenigen, die es eigentlich wissen. Und darum wird wohl auch diese Generation nicht herumkommen. Wenigstens hat man heutzutage einen mächtigen Ratgeber stets in der Tasche …

Ich fände es gut und richtig, würden die Schüler gerade in dieser Zeit, auch auf solche Dinge des Lebens vorbereitet werden.

Ich jedenfalls, kann den diesbezüglichen Frust von Naina vollkommen nachvollziehen.

6 Kommentare zu „Null Ahnung vom Leben?

  1. Ja, das stimmt, aber sollten die Eltern nicht solche Dinge mit ihren Kindern durchgehen? Z.B. Rechnungen bezahlen, Steuererklärung machen usw. In der Schule ist immer alles fiktiv, aber wenn die Eltern das mit ihren Kindern durchgehen, ist das echt. Und vielleicht auch motivierender, könnte ich mir vorstellen.

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    1. Trotzdem verstehe ich das Mädchen. Außerdem heißt es doch immer „… für´s Leben lernen.“ Wäre doch nicht schlecht, wenn den Kids auch solche Sachen vermittelt werden würden.

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  2. Das war aber bei mir auch schon so. Wir lernten wie man Wurzeln zieht, wie man: Wo ist hier der Bahnhof in 3 Sprachen fragt. Aber übers Leben haben wir auch nichts gelernt.

    Aber dafür war der Kontakt zu den Lehrern noch enger. Ich kannte sogar einige Lehrer privat. Weil wir einige Projekte hatten die wir in der Freizeit durchführten. Und dadurch lernten wir schon mehr als es heute in der Schule ist.

    Ich denke, dass es immer noch die Aufgabe der Eltern ist, die Kinder auf das Leben vorzubereiten. Aber vieles kann man eh nicht abdecken. Das lernt man dann auf die harte oder sanfte Weise..in seinem Leben.

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    1. Das man gar nichts fürs Leben lernt, würde ich nun nicht sagen. Aber einige wichtige Dinge sollten doch zusätzlich vermittelt werden.

      Klar müssen die Eltern dann ran, spätestens wenn bei er Lebensplanung einiges aus der Bahn läuft … 😉

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