Papiergeld: EZB diskutiert über Ein-Euro-Scheine

Ich finde die Idee genial, dann würden endlich die Brieftaschen vom schweren Hartgeld befreit.
Wurde vor Jahren schon einmal diskutiert – aber leider auf Eis gelegt …

Mehrere Staaten der Euro-Zone setzen sich dafür ein, künftig Geldscheine im Wert von einem Euro auszugeben. Nach Meinung einiger Experten könnte dies den Verbrauchern helfen, ihr lädiertes Preisbewusstsein wieder in den Griff zu bekommen – und die Inflation in Euroland senken.

Frankfurt am Main – Nach einem Bericht der „Financial Times“ wird die Europäische Zentralbank (EZB) auf einer ihrer nächsten Sitzungen darüber diskutieren, ob zusätzlich zu den bisher in Umlauf befindlichen Euro-Scheinen auch Banknoten mit den Nennbeträgen ein und zwei Euro eingeführt werden sollten.

Hintergrund sind die Beschwerden von Konsumenten in fast allen Ländern der Eurozone. Vielen Menschen bereitet das neue Geld nach wie vor Probleme. Ein wesentlicher Grund für das verbreitete Phänomen intuitiv häufig zu niedrig eingeschätzter Preise ist nach Meinung mancher Experten die Tatsache, dass kleinere Euro-Beträge in der Regel mit Münzen gezahlt werden. Untersuchungen zeigten jedoch, dass Konsumenten Münzen einen niedrigeren Wert beimessen als Scheinen, so die „FT“.

Nach Meinung einiger Politiker könnten Ein-Euro-Scheine deshalb helfen, die Inflation in der Eurozone zu senken. „Ich bedaure, dass es keine Ein-Euro-Scheine gibt“, sagte Guy Quaden, Gouverneur der Zentralbank Belgiens. Der Notenbanker glaubt zudem, dass die kleinen Scheine die Popularität des Euro im Ausland erhöhen könnten: „Der Ein-Dollar-Schein ist einer der Gründe dafür, dass der US-Dollar so populär ist … jeder kennt und benutzt diesen Schein“. Italien und Griechenland gelten ebenfalls als Befürworter der „Einer“. Auch Österreichs Zentralbank-Chef Klaus Liebscher ist der Meinung, die kleinen Scheine sollten „so schnell wie möglich“ eingeführt werden.

Allerdings könnten die zusätzlichen Scheine eine teure Angelegenheit werden. Zum einen müssten vor der Ausgabe der „Einer“ im großen Stil Euro-Münzen eingezogen werden. Zum anderen verschleißen Scheine wesentlich schneller als Hartgeld und müssen entsprechend häufiger nachgedruckt werden. Das gilt vor allem bei kleinen Scheinen, die naturgemäß durch viele Hände gehen.